Westfälische Rundschau
Abendlicher Flamenco bei „ Berufsspaniern"
Dass beim Flamenco Melancholie und Lebensfreude eng beieinander liegen zeigte das Gitarrenduo Bernd Steinmann und Stefan Loos im Torhaus des Rombergparks. Ihre Kompositionen entführten die Zuschauer in deutlich wärmere Gefilde bei dem „Spanisch-Karibischen Silvester“.
Von Jens Wege

„Schön,  nach zwei Jahren wieder hier zu sein“. Bernd Steinmann weiß die Akustik und die Atmosphäre zu schätzen, die das alte Gemäuer beherbergt. Rund 70 Zuschauer haben den Weg dorthin gefunden.
Beschwingt erklingen „Mi Amor“ und „Kolumbianas“. Das Wechselspiel von fragilen Tonfolgen und schnellen Passagen fasziniert. Aber Flamenco wäre nichts ohne Tänzerin. Renate Pomp übernimmt diesen Part eindrucksvoll.
Laut knallen ihre Sohlen, synchron zu den schnellen Anschlägen der beiden Gitarristen. Mal energisch, mal anmutig und immer fesselnd.
„Solea“ endet als geklopfter Takt auf den Gitarren und dem Boden, bevor das Publikum begeisterten Applaus klatscht. Bereits zum zehnten Mal gibt es Gitarrenmusik am Silvesterabend im Torhaus.
Organisator Hans Georg Schulz blickt auch nicht ohne Stolz auf 2009: „Das Torhaus ist ein fester Begriff. Hier spielen große Namen, die sogar auf ein Teil ihrer Gage verzichten, um vor wenigen Leuten in dieser Atmosphäre aufzutreten“. Auch Stefan Loos bestätigt das, bevor er sich wieder seiner Kunst widmet.
Und die ist sehr abwechselungsreich: ob lebensfroh oder melancholisch, das überragende Spiel der Gitarristen und die mitreisende Darbietung von Renate Pomp bescherten einen gelungenen Abend. Auch den ursprünglichen  Titel von „Mi Amor“ erfahren sie: „Ich habe dieses Stück für meine Frau geschrieben“, sagt Stefan Loos, „doch Ingrid passt einfach nicht so gut bei uns Berufsspaniern“

 

 


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