Rheinische Post 27.10.2008
O wie schön ist Andalusien
Temperamentvoller Gitarrenklang, rustikale Märchen und stampfender Flamenco riss das Publikum im ausverkauften Eiskeller im Diersfordter Schloss zu begeisterten Bravo-Rufen hin.

von Hanne Buschmann

WESEL · Die „Andalusischen Impressionen" mit Flamenco und Märchen aus Spanien am Freitagabend im Museum und Heimathaus Eiskeller in Diersfordt waren spitze.
Die Kulturveranstaltungen des Heimatvereins der Herrlichkeit Diersfordt sind für ihren hohen Anspruch bekannt. Der wird eingelöst von kompetenten Mitgliedern, einschließlich findiger Frauen, die thementypische Speisen zubereiten, dieses Mal Tapas. Künstler wie Zuschauer im ausverkauften Haus waren begeistert.
Auf schwarz ausgeschlagener, mit spanischen Fähnchen besteckter Bühne entlockte das Essener Gitarrenduo - Bernd Steinmann und Stefan Loos - den Saiten die von je eigenen Rhythmen bestimmte Musik der Iberischen Halbinsel.
Unaufdringlich moderierte Bernd Steinmann.
Mit „Mi Amor", „Columbianas" und „Lento" begann das Konzert. Ingeborg Bitterer, die schon mehrmals in Diersfordt auftrat, erzählte das Märchen von der „Hexe von Amboto", die beim nächtlichen Flug reife Kornfelder verbrannte.
Dem Dümmling des Dorfes gelang es endlich, die Gegend von diesem Übel zu befreien.

Getanzte Emotionen
Zur puren Augenweide gerieten die getanzten Emotionen und, Geschichten der Flamencotänzerin Renate Pomp. Der wesenseigene, synkopenähnlich gebrochene Flamenco-Rhythmus beherrschte die mitunter bis zur Raserei stampfenden Füße, die beredt tanzenden Arme und Finger, die manchmal melodisch klatschenden Hände.

Dazu das streng geraffte oder locker geschwungene schwarz-rote Kostüm. Faszinierend.
Die Einsamkeit im „Soleä" und die Lebensfreude des „Fandango" waren zu spüren.
Die Tänze im zweiten Programmabschnitt, vorgeführt im rot-weiß getupften Volantkleid, zum Teil mit Kastagnettengeklapper, enthielten Elemente spanischer Volkstänze. Eine Szene hieß denn auch „Sevillanas".
Temperamentvolle oder bittersüße Melodien schlugen die Gitarristen an, rissen gleißende Hang-Girlanden oder zupften zarte Verlockungen. Ein Märchen berichtete von der Wunderwirkung eines Suppensteins.
, Bravo-Rufe und Zugaben: Musik und Tanz - und eine Schelmengeschichte.
Ein Bauer beschnitt seine Olivenbäume. Nach dreimaligem Gähnen starb er, dem Aberglauben folgend.
Als er weggetragen wurde, rief er: „Als ich noch lebendig war, nahm ich immer den Weg links."

 


Informationen • Anfragen • Buchungen

Büro ESSENER GITARRENDUO
D-45239 Essen (Ruhr)
Telefon +49 (0)201• 494677 oder +49 (0)201•
8496874

E-Mail: info@essenergitarrenduo.de
Formular: Kontakt - Anfrage